Aktuelle Recherchen des ZDF-Formats „Die Spur“ über vietnamesische Auszubildende in Berlin werfen erneut ein Schlaglicht auf problematische Praktiken bei der internationalen Gewinnung von Fachkräften und Auszubildenden. Die Calmaroi GmbH, spezialisiert auf die faire und nachhaltige Gewinnung internationaler Fachkräfte, fordert vor diesem Hintergrund verbindliche Qualitätsstandards und mehr Verantwortung bei der Auswahl von Vermittlungspartnern.
In der ZDF-Reportage wird über rund 200 vietnamesische Auszubildende berichtet, die am Oberstufenzentrum Gastgewerbe in Berlin ausgebildet werden sollten und nicht mehr zum Unterricht erschienen. Ein zentraler Aspekt der Recherche sind die erheblichen finanziellen Belastungen, die für internationale Bewerberinnen und Bewerber im Zusammenhang mit ihrem Weg nach Deutschland entstehen können.
ZDF-Reporterin Steffi Unsleber rechnet in dem Beitrag vor, dass sich Kosten unter anderem für Sprachkurse, Unterkunft und Verpflegung, Prüfungen, Übersetzungen und Visa, Flug sowie Vermittlungsleistungen auf durchschnittlich rund 12.000 Euro pro Person summieren können. Für junge Menschen und ihre Familien in den Herkunftsländern bedeutet dies häufig eine erhebliche finanzielle Belastung.
Calmaroi distanziert sich ausdrücklich von Geschäftsmodellen, bei denen internationale Bewerberinnen und Bewerber hohe Vermittlungsgebühren tragen oder sich für ihre berufliche Zukunft in Deutschland verschulden müssen.
„Wer junge Menschen oder Fachkräfte mit Tausenden Euro Schulden nach Deutschland vermittelt, schafft keine nachhaltige Integration, sondern eine finanzielle Abhängigkeit gleich zu Beginn ihres neuen Lebensabschnitts. Das widerspricht fundamental unserem Verständnis von fairer internationaler Fachkräftegewinnung“, sagt Lukas Rogge, Geschäftsführer der Calmaroi GmbH.
Calmaroi ist nach den Standards des Gütesiegels „Faire Anwerbung Pflege Deutschland“ zertifiziert. Ein wesentlicher Grundsatz des Unternehmens ist, dass für die vermittelten Kandidatinnen und Kandidaten keine Vermittlungsgebühren entstehen. Ziel ist ein schuldenfreier Start in Deutschland mit transparenten Prozessen und nachvollziehbaren Bedingungen.
„Faire Anwerbung ist für uns kein Siegel, das man auf eine Website setzt. Sie ist die Grundlage unseres Geschäftsmodells. Die Menschen, die ihre Heimat verlassen, eine neue Sprache lernen und den Mut haben, ihre berufliche Zukunft in Deutschland aufzubauen, dürfen nicht diejenigen sein, die das wirtschaftliche Risiko ihrer Vermittlung tragen“, betont Rogge.
Verantwortung liegt auch bei deutschen Arbeitgebern
Nach Auffassung von Calmaroi zeigen Fälle wie der vom ZDF recherchierte zugleich, dass deutsche Arbeitgeber bei der Auswahl internationaler Rekrutierungspartner besonders sorgfältig vorgehen müssen. Entscheidend sei nicht allein, ob ein Vermittler kurzfristig Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung stellen könne. Ebenso wichtig seien transparente Prozesse, faire Vertragsbedingungen und die Frage, welche finanziellen Verpflichtungen den Bewerberinnen und Bewerbern im Herkunftsland entstehen. Denn problematische Vermittlungspraktiken haben aus Sicht von Calmaroi Auswirkungen weit über den einzelnen Fall hinaus.
„Jede Vermittlung, bei der Menschen mit hohen Schulden, intransparenten Kosten oder falschen Erwartungen nach Deutschland kommen, beschädigt das Vertrauen in unsere gesamte Branche. Am Ende verlieren dabei alle: die Kandidaten, die Arbeitgeber und der Standort Deutschland“, erklärt Rogge.
Deutschland werde angesichts des demografischen Wandels auch künftig auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen sein. Internationale Fachkräfte und Auszubildende seien deshalb ein wichtiger Bestandteil einer langfristigen Strategie gegen Personalengpässe. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass internationale Rekrutierung professionell, transparent und fair organisiert werde.
Calmaroi plädiert deshalb dafür, dass Unternehmen bei der Beauftragung von Vermittlungsagenturen nicht ausschließlich auf Geschwindigkeit und Kosten achten, sondern nachprüfbare Qualitäts- und Fairnessstandards zu einem wesentlichen Auswahlkriterium machen.
„Wenn wir internationale Talente dauerhaft für Deutschland gewinnen wollen, müssen wir ihnen von Anfang an auf Augenhöhe begegnen. Vertrauen beginnt nicht am ersten Arbeitstag in Deutschland, sondern bereits mit dem ersten Kontakt im Herkunftsland“, so Rogge abschließend.